Gedankenzeit – Zeit für Gedanken


Niedriger Ölpreis – Eine Stolperstein für McCain
August 22, 2008, 8:41
Gespeichert unter: Weltpolitik | Schlagworte: , , , , ,

Der Ölpreis sinkt und sinkt und sinkt. Auch wenn das die meisten Autofahrer weltweit erfreut und die Wirtschaft langsam wieder aufatmet, gibt es einen, der sich vielleicht etwas Sorgen machen sollte. Der Präsidentschaftskandidat John McCain. Eines seiner stärksten Argumente war der Ruf nach weiteren Ölbohrinseln in US-Amerikanischen Gewässern um den Ölpreis zu senken. Da das amerikanische Volk sich nun etwas beruhigen sollte, da die Preise schon wieder sinken, fehlt dem Präsidentschaftstkandidaten nun das Zündpulver. Es wird sicherlich interessant zu sehen, mit welchem Thema er jetzt versuchen wird zu punkten.



Selbstmordattentäter in der S-Bahn?
Juli 5, 2008, 8:10
Gespeichert unter: Gesellschaft, Weltpolitik | Schlagworte: , , ,

Was würden wir machen, wenn Selbstmördattentate bei uns zur Tagesordnung gehören würden? Würden wir noch aus dem Haus gehen? Würden wir noch mit der Bahn fahren? Mein kleiner Ausflug in das Leben mit der Angst.

Während meiner gestrigen Heimfahrt mit der S-Bahn sah ich einen netten Mann mit braunem, fellbezogenem Rucksack. Er laß ruhig und friedlich die neueste Ausgabe vom Wachturm (die Tatsache, dass er wahrscheinlich Zeuge Jehovas ist, hat keine Bedeutung für meine Überlegungen!). Ich beobachtete diesen Rucksack und machte mir lustige Gedanken, aus welchem Fell denn dieser Rucksack gemacht sein würde. Farblich könnte es auch Eichhörnchen sein. Die Form war sehr außergewöhnlich, da der Rucksack sehr stark eckig war.

Auf einmal überkam mich ein schreckicher Gedanke: Was, wenn in dem Rucksack eine Bombe ist, und der nette Mann ein Selbstmordattentäter ist. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass es mich gleich zerreisen wird, sehr gering war, so hatte ich doch für einen kurzen Moment eine schreckliche Angst verspürt. Natürlich kann man sagen, das sei das Werk der Medien, die den Bürgern die Angst einflösen. Aber mit einem Schlag wurde mir bewusst, wie es den Leuten im Irak, Afghanistan und Israel gehen muss. Ich unterstütze keine der militärische Aktionen Israels, aber ich konnte gestern einen kleinen Einblick in das Leben mit der Angst bekommen und so etwas mehr Verständnis für die Präventivschläge der israelischen Regierung gewinnen. In Israel leben die Menschen tagtäglich mit der Angst, ihr Nachbar könnte ein Selbstmordattentäter sein. Der Rucksack, den dein Nachbar aufhat, könnte für dich und die um dich herum den Tod bedeuten. Und zwar kein Tod, wie er im Film heroisch dargestellt wird, in der man in den Armen der geliebten ins Jenseits gleitet, sondern ein zerfetzen in Sekundenschnelle. Die Verwandten und Freunde können nicht einmal richtig Abschied nehmen. Nicht einmal bei der Beerdigung, denn es gibt ja keinen Körper mehr, den man sich noch ein letztes Mal ansehen darf.

Würden in Deutschland vermehrt Selbstmordattentäter auftauchen, so wäre die Panik sicherlich groß. Kein Mensch würde dem anderen mehr vertrauen. Die Regierung würde Gesetze erlassen, dass keine großen Taschen mehr in die Nahverkehrsmittel mitgenommen werden dürfen. So sehr die Deutschen auch Verurteilen, sobald der erste Selbstmordattentäter in Deutschland auftaucht, wird das Leben für alle die, die auch nur Ansatzweise muslimisch aussehen zur Hölle. Denn dann wird es vorbei sein mit der Toleranz und dem Verständnis für Selbstmordattentate, das man traurigerweise in Deutschland oft findet. Die Angst der Deutschen würde so weit gehen, dass jeder Ausländer in Deutschland so misstrauisch behandelt werden würde, dass ein angenehmes Leben für sie unmöglich wäre.

Bevor wir das nächste Mal den Finger auf Israel zeigen, müssen wir uns überlegen, wie wir Deutschen in dieser Situation reagieren würden.