Gedankenzeit – Zeit für Gedanken


Christen und der Einfluss auf die Politik
Mai 15, 2008, 9:43
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Immer wieder wird darüber diskutier, ob die Christen (besonders die Evangelikale) sich denn in die Politik einmischen dürfen. Ganz krass sieht man das ja in den USA. Da gibts hier nen guten Blog dazu. Aber die Frage ist eigentlich völlig falsch gestellt. Es geht doch garnicht darum, ob sich die Evangelikalen in die Politik einbringen dürfen oder nicht. Denn Demokratie lebt doch davon, dass sich ALLE einbringen. Die Frage, die gestellt werden sollte ist doch eine ganz andere. Nämlich, ob in den Gemeinden selbst Politik betrieben werden sollte. Und diese Frage habe ich für mich selbst mit einem klaren NEIN beantwortet. Ich finde es ist wichtig, dass in den Gemeinden für Politik gebetet wird. Egal ob CDU oder SPD, Gott soll einfach alle segnen, die an der Macht sind. Es kann auch gerne über Inhalte geredet werden. Aber sobald eine Partei von der Kanzel her empfohlen wird, dann wird es kritisch. Denn Demokratie sollte so geschehen, dass die Parteien für sich werden und alle anderen sollten sich ihre Meinung dazu machen.

Wo kommen wir denn hin, wenn Kirchen, die doch einen enormen Einfluss haben, auf einmal anfangen werden, eine bestimmte Partei zu empfehlen. Wir wären dann wohl in Amerika. Und das ist sicherlich nicht die beste Möglichkeit. Denn dort ist es mittlerweile genau anders herum: Die Partei sagt, den Kirchen, was diese zu predigen haben. Das viele Christen in den USA die Gefahr der Erderwärmung verleugnen, liegt sehr stark daran, dass Bush eben genau das tut. Es gibt Punkte, wie z.B. Gleichstellung der Homo-Ehe oder Abtreibung, die tatsächlich einen starken Einfluss aus den Kirchen erlauben. Aber wenn es um Umweltpolitik geht, dann sollte man das den Menschen selbst überlassen.

Aber eines dürfen wir nicht vergessen: Wenn die Christen irgendwann einmal die politische Macht übernehmen sollten und die Demokratie so beeinflussen, dass christliche Werte stärker in der Gesetzgebung eingebunden sind, dann muss das vom Volk akzeptiert werden. So ist Demokratie nun einmal. Es regiert ja nicht das Volk, sondern die Mehrheit der Wähler – love it or leave it.



SvdE vs. KSvdE – Sex vor der Ehe oder eben nicht. Teil 2

Nachdem ich gestern erörtert hatte, warum man – aus Glaubensgründen – mit dem Sex vor der Ehe warten sollte, werde ich nun auch versuchen ein paar Argumente zu nennen, die sonst noch dafür sprechen. Wahrscheinlich werde ich keinen von euch überzeugen können, wenn ihr schon eine andere Meinung habt, aber eines bin ich mir sicher: Enthaltsamkeit hat nicht nur Nachteile.

Vor ein paar Tagen hatte ich mich mit einem Freund über die verschiedenen Arten von Liebe unterhalten. Also so, wie es die Griechen unterschieden hatten, in Eros, Agape und Philia. Eros ist ja hierbei die körperliche Liebe. Er meinte, dass sich daraus ergebe, dass man diese eben trennen könnte und somit den Sex auch ganz einfach von den Gefühlen trennen kann. Die meisten Männer werden hier sicherlich sofort zustimmen. Bei den Frauen wird dieser Anteil wohl etwas geringer ausfallen. Ich glaube nicht, dass man dies wirklich trennen kann. Und hier kommt auch schon der erste Vorteil von kSvdE: Wenn man mit dem sex bis zur Ehe wartet, dann hat man diese emotionale Bindung nur an eine einzige Person. Ich selbst bin verlobt und kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich mich auf meine Hochzeitsnacht freue. Aber nicht nur wegen dem Sex an sich, sondern deswegen, weil ich die Beziehung mit meiner Freundin auf das nächste Level befördern kann. Das ist ein Level, das ich mit keiner anderen Frau jemals erreicht hatte und auch nicht erreichen werde. Diese innige Gemeinsamkeit, die man mit seinem Ehepartner teilt, die lässt sich einfach nicht leugnen.

Der erste Punkt war eher was für die Frauen, da Frauen ja eher auf diese emotionale Ebene ansprechen. Aber hier kommt jetzt was, das sicherlich auch den Männern gefällt. Wie viele Männer machen sich denn Sorgen, ob ihrer Partnerin der Sex auch wirklich Spass macht? Wie viele denken öfters mal nach, ob der vorherige Freund nicht doch besser war? Ob er besser bestückt war usw… Tja, und jetzt kommt der Vorteil: Das alles fällt weg, wenn man nur einen Sexualpartner hat. Denn dann gibt es keinen Vergleich. Das Argument, dass man dann eventuell gar nicht weiß, was guter Sex ist und deswegen alles toll findet, lasse ich nicht gelten und zwar aus 2 Gründen. Erstens: Wenn man nicht weiß, was man verpasst, dann kann man auch mit weniger glücklich sein und Zweitens: Wenn man weiß, dass man nur einen einzigen Sexualpartner im Leben haben wird, dann wird man sich gefälligst so lange Mühe geben, bis es auch tatsächlich funktioniert. Man kann dann nicht mehr einfach jemand anderes suchen, mit dem es besser klappt. Und trotz meiner Unerfahrenheit erlaube ich mir zu sagen, dass ich glaube, dass es nicht sein kann, dass wenn sich 2 Personen lieben, der Sex schlecht sein kann bzw. sich nicht so weit verbessern lassen kann, dass beide daran Spass haben. Wenn einer von euch schon seit Jahren eben das versucht und es klappt nicht, dann kann er mich gerne wiederlegen.

So, der dritte Punkt ist relativ banal und wird oft von Leuten angeführt, die sich nicht wirklich Gedanken damit gemacht haben. Es steckt aber eine echte Weisheit dahinter. Erst mal die Aussage: Ohne Sex kannst du auch nicht schwanger werden. Das war ja recht simpel, aber was dahinter steht ist die Aussage, dass wenn du Sex hast, du auch schwanger werden kannst und somit auch die Konsequenzen daraus ziehen solltest. Nur weil jemand köperlich reif genug ist Geschlechtsverkehr zu haben, heisst es noch lange nicht, dass sie auch psychisch bereit sind. Sex bedeutet Verantwortung. Und das bedeutet, dass man nicht einfach sagen kann, dass man einfach mal so mit einander schläft und dann einfach abtreiben lässt, wenn was passieren sollte. Das ist unverantwortlich. Und Eltern sollten ihre Kinder nicht auch noch zu so einem Verhalten ermutigen. Ob Abtreibung an sich eine schlechte Sache ist oder nicht, dass ist ein anderes Thema. Aber was bitte schön ist es denn für eine Nachricht an die nächste Generation, wenn wir ihnen sagen, sie können alles tun und lassen, was sie wollen, irgendwie bügeln wir das schon wieder aus.

 

 



SvdE vs. KSvdE – Sex vor der Ehe oder eben nicht. Teil 1
Mai 13, 2008, 3:09
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Diese wundervollen Abkürzungen SvdE und KSvdE = (kein) Sex vor der Ehe stehen für viele für eine völlig veraltete Vorstellung religiöser Idioten. Für die meisten ist es nur eine Methode der Kirche, um andere zu knechten und sie Ihrem Vorstellungen zu unterwerfen. Es wird auch als eine Last angesehen. Ein Spaßkiller. Als Christ stellt sich für mich die Frage nach SvdE natürlich auch. Ganz besonders, da ich schon seit 2 Jahren mit meiner Freundin zusammen bin und wir vorhaben, erst im nächsten Jahr zu heiraten. Um es schon einmal vorweg zu sagen: Ich bin selbst für kSvdE und Ja, es ist nicht leicht.

Aber warum gebe ich mir dann den Stress? Warum lass ich es nicht einfach gut sein und probier es einfach mal aus? Die einfachste Antwort wäre „Weil es so in der Bibel steht.“, aber damit allein will ich mich nicht zufrieden geben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Gott etwas so tolles wie Sex einführt, um dann aus Jux und Tollerei es den Menschen gleich wieder einzugrenzen. Er müsste sich doch was dabei gedacht haben. Meiner Meinung nach hat er das auch. Nach meiner Auffassung der Bibel ist Sex vor der Ehe an sich nicht verboten. So wie ich es verstehe, gibt es eher einen ganz anderen Zusammenhang: Durch den Sex ist man an eine Person gebunden. Das bedeutet, dass durch den Geschlechtsverkehr eben schon diese Bindung fürs Leben eingeht. Also man sollte Sex eben nicht als eine einfache Handlung sehen, sondern eben als eine Verbindung zweier Menschen.

Wenn also dann Sex vor der Ehe an sich nicht falsch ist, warum sollte man denn dann bis zur Ehe warten, wenn man doch eh denkt, den Partner fürs Leben gefunden zu haben? Dann kann man es doch schon jetzt mal richtig krachen lassen, oder etwa nicht. Eigentlich ja schon, aber mal im Ernst, wer von euch hat denn noch nicht in einer Beziehung gesteckt, in der er dachte, das wäre der/die Richtige und dann kam es doch eben anders. Manchmal denkt man eben, klar das ist der Partner fürs Leben und dann wirds eben doch nix. Eigentlich ergibt sich doch eine ganz andere Frage: Wenn du weißt, dass es der Partner fürs Leben ist, warum willst du aber trotzdem noch nicht heiraten? Wenn du dir doch ganz sicher bist, warum denn dann noch warten? Zu wenig Geld? Zu Jung? Seien wir doch ehrlich. Die meisten Leute wollen nicht heiraten, weil sie sich vor der Entscheidung drücken. Sie haben Angst. Sie sind sich unsicher. Aber wenn es um den Sex geht, dann sind sich alle auf einmal SUPERSICHER. Dann ist der Partner natürlich der/die Eine, mit dem man den Rest des Lebens verbringen will. Tja, dann gehe auch diesen Schritt und gib dieses Versprechen. Wenn du alt genug bist Sex zu haben, dann bist du auch alt genug, um die Verantwortung, die damit kommt (Ehe, Familie, etc.) zu tragen.

Gibt es außer den Glaubensgründen noch andere Gründe, um kSvdE zur Praxis zu machen? Klar. Aber die kommen im nächsten Blogeintrag.