Gespeichert unter: Gesellschaft | Schlagworte: Stress, Weihnachten, Weihnachtsstress
Vielleicht bzw. wahrscheinlich liegt es an dem Stress, den ich in den letzten Monaten hatte, aber mir kommt es so vor, als ob Weihnachten immer schneller vorbeizieht. Früher hatte ich mich immer so sehr auf die Weihnachtsfeiertage gefreut. Aber dieses Jahr war ich mit meinem neugegründeten Gewerbe so sehr eingespannt, dass ich mir gar keine Zeit gegönnt hatte, die Weihnachtszeit richtig zu genießen, geschweige denn, mich überhaupt darauf vorzubereiten. Die Geschenke hatte ich zum Glück schnell gefunden, aber in die Stimmung bin ich trotzdem nicht gekommen. Irgendwie hatte ich einfach zu viel um die Ohren. Und irgendwie bin ich da wohl nicht alleine
Wird Weihnachten aber mit zunehmendem Alter immer weniger wichtig? So wie die Geburtstage? Oder ist das nur ein Effekt, den ich in meinem eigenen Leben spüre. Ich würde mich freuen, über eure Erfahrungen der letzten Jahre zu hören. Vor allem vielleicht von den etwas älteren Lesern.
Gespeichert unter: Gesellschaft, Weltpolitik | Schlagworte: Kofferbomber, Nahostkonflikt, Selbstmordattentäter, Suizidbomber
Was würden wir machen, wenn Selbstmördattentate bei uns zur Tagesordnung gehören würden? Würden wir noch aus dem Haus gehen? Würden wir noch mit der Bahn fahren? Mein kleiner Ausflug in das Leben mit der Angst.
Während meiner gestrigen Heimfahrt mit der S-Bahn sah ich einen netten Mann mit braunem, fellbezogenem Rucksack. Er laß ruhig und friedlich die neueste Ausgabe vom Wachturm (die Tatsache, dass er wahrscheinlich Zeuge Jehovas ist, hat keine Bedeutung für meine Überlegungen!). Ich beobachtete diesen Rucksack und machte mir lustige Gedanken, aus welchem Fell denn dieser Rucksack gemacht sein würde. Farblich könnte es auch Eichhörnchen sein. Die Form war sehr außergewöhnlich, da der Rucksack sehr stark eckig war.
Auf einmal überkam mich ein schreckicher Gedanke: Was, wenn in dem Rucksack eine Bombe ist, und der nette Mann ein Selbstmordattentäter ist. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass es mich gleich zerreisen wird, sehr gering war, so hatte ich doch für einen kurzen Moment eine schreckliche Angst verspürt. Natürlich kann man sagen, das sei das Werk der Medien, die den Bürgern die Angst einflösen. Aber mit einem Schlag wurde mir bewusst, wie es den Leuten im Irak, Afghanistan und Israel gehen muss. Ich unterstütze keine der militärische Aktionen Israels, aber ich konnte gestern einen kleinen Einblick in das Leben mit der Angst bekommen und so etwas mehr Verständnis für die Präventivschläge der israelischen Regierung gewinnen. In Israel leben die Menschen tagtäglich mit der Angst, ihr Nachbar könnte ein Selbstmordattentäter sein. Der Rucksack, den dein Nachbar aufhat, könnte für dich und die um dich herum den Tod bedeuten. Und zwar kein Tod, wie er im Film heroisch dargestellt wird, in der man in den Armen der geliebten ins Jenseits gleitet, sondern ein zerfetzen in Sekundenschnelle. Die Verwandten und Freunde können nicht einmal richtig Abschied nehmen. Nicht einmal bei der Beerdigung, denn es gibt ja keinen Körper mehr, den man sich noch ein letztes Mal ansehen darf.
Würden in Deutschland vermehrt Selbstmordattentäter auftauchen, so wäre die Panik sicherlich groß. Kein Mensch würde dem anderen mehr vertrauen. Die Regierung würde Gesetze erlassen, dass keine großen Taschen mehr in die Nahverkehrsmittel mitgenommen werden dürfen. So sehr die Deutschen auch Verurteilen, sobald der erste Selbstmordattentäter in Deutschland auftaucht, wird das Leben für alle die, die auch nur Ansatzweise muslimisch aussehen zur Hölle. Denn dann wird es vorbei sein mit der Toleranz und dem Verständnis für Selbstmordattentate, das man traurigerweise in Deutschland oft findet. Die Angst der Deutschen würde so weit gehen, dass jeder Ausländer in Deutschland so misstrauisch behandelt werden würde, dass ein angenehmes Leben für sie unmöglich wäre.
Bevor wir das nächste Mal den Finger auf Israel zeigen, müssen wir uns überlegen, wie wir Deutschen in dieser Situation reagieren würden.
Gespeichert unter: Gesellschaft | Schlagworte: ÖPNV, Handy, Telefonieren in der Öffentlichkeit
Warum ist das Telefonieren in öffentlichen Verkehrsmitteln eigentlich so verpönt? Als ich gestern in der S-Bahn saß und telefonierte hatte ich unweigerlich das Gefühl, dass es anderen Leuten nicht recht war, dass ich mein Handy nutze, um in der Bahn zu telefonieren. Dass ich nicht der Einzige bin, dem es so geht, merkt man daran, dass viele beim Telefonieren in der Bahn zum Silentmodus (sprich: Flüstern) übergehen. Oft sogar so leise, dass der Gesprächspartner nix versteht. Oder wie oft hört man den Satz „Ich kann grad nicht reden, ich bin in der Bahn“?
Irgendetwas macht es den Deutschen schwer, in der Öffentlichkeit zu telefonieren und die Zuhörer kommen sich komisch vor, denn sie überkommt das Gefühl, sie würden andere belauschen. Aber wo ist denn der Unterschied zwischen einem mitgehörten Telefonat und einem mitgehörten Gespräch zwischen zwei Mitfahrern? Ich rede nicht von denen, die ständig in ihr Handy brüllen und keine Rücksicht auf andere nehmen, auch nicht von solchen, die ihr Handy in der Bahn ewig klingeln lassen. Gemeint sind die Gespräche, die in normaler Redelautstärke geführt werden.
Ich denke, es ist den Menschen unangenehm, weil sie nicht alles mitbekommen. Die Neugier, was denn der andere sagen könnte verleitet die Menschen dazu genau zuzuhören und das Gespräch tatsächlich zu belauschen. Und dann kommt das schlechte Gewissen. Allgemein gilt das Handy in der Bahn aber als verpönt. Denn Telefonate sind ja etwas privates. Das Gespräch zwischen zwei Mitreisenden über die sexuellen Erfahrungen der letzten Nacht sollte aber auch nicht im Zug gehalten werden. Aber trotzdem wäre das eher akzeptiert, als ein Handygespräch.
Klar, mit Handy ist man ja ein Prolet. Auch wenn es in Deutschland mehr Handys als Einwohner gibt.
Gespeichert unter: Das dumme Volk, Gesellschaft | Schlagworte: Deutschland, EM 2008, Finale, Kritik, Kritiker, Kultur, Pessimismus
Jetzt ist sie rum, die EM 2008. Vorbei ist das Public Viewing und die Euphorie. Deutschland ist Zweiter. Das ist doch immerhin Vizeeuropameister. Wir haben bei dieser WM mehr erreicht als die Italiener, Franzosen, Portugiesen und Holländer. Natürlich auch mehr als die Engländer, die ja nicht einmal bei der EM dabei waren. Und trotzdem zerreist sich jeder das Maul über die deutsche Fußballnationalmannschaft. Denn wenn es eines gibt, in dem wir nicht nur Vizeeuropa-, sondern sogar Weltmeister sind, dann ist es im kritisieren. Anstatt sich zu freuen, dass wir es so weit geschafft haben, hagelt es Kritik, dass wir doch schon viel früher hätten rausfliegen sollen. Der Ultimativ-Kritiker Günther Netzer macht es ja vor. Jubeln, wenn die Mannschaft gewinnt und kritisieren bis zum Schluss, wenn wir verlieren.
Natürlich haben die Deutschen schonmal besser gespielt, aber ist diese starke Kritik wirklich gerechtfertigt? Müssen wir denn Kritik bei den Deutschen anbringen oder können wir nicht einfach auch die Spanier für ihr gutes Spiel loben? Klar, könnte man. Aber Kritik ist doch viel schöner. Vor allem wenn man vorher schon richtig Kritik geübt hat und einen auf Pessimist gemacht hat. Das ist doch die beste Variante. Wenn Deutschland gewonnen hätte, dann wären die Kritiker natürlich alle ruhig gewesen und hätten sich mit allen mitgefreut. Vergessen wären all die kritischen Wörte und der Unglaube. Aber nach dem Spiel gestern können alle nun ganz stolz sagen: „Siehst du’s? Hab ich es doch gleich gesagt!“. Aber eines haben die Kritiker nicht bedacht. Ihr Kritik kommt bei der Mannschaft ja gar nicht an. Anstatt wenigstens einen Grund zur Freude zu finden (Vizeeuropameister 2008) wird Kritik geübt und die eigene Stimmung verdorben. Ich dagegeben wähle es, mich über das Ergebnis der Mannschaft zu freuen. Und stattdessen die Kritiker zu kritisieren. Vielleicht kommt das ja an.
Gespeichert unter: Gesellschaft | Schlagworte: Bild, Bildzeitung, Deutschland, EM, Freundschaftsposter, Türkei
Heute hat die Bildzeitung zum ersten Mal seit sehr langer Zeit etwas gutes für Deutschland gemacht. Vor dem EM-Halbfinalspiel zwischen der Türkeit und Deutschland haben ja viele Angst vor Krawallen, egal wie das Spiel auch ausgeht. Normalerweise wäre man es von der Bildzeitung ja gewohnt, dass auf diese Angst aufgebaut wird, um den Umsatz sowohl unter Türken, als auch Deutschen zu steigern.
Aber brauchen wir das denn? Ist die Kluft zwischen Türken und Deutschen wirklich so groß. Meiner Meinung nach nicht. Abgesehen von den paar Jugendlichen, die einen am Bahnhof – in einem sehr schlechten Deutsch – dumm anmachen, leben die Türken und Deutschen in Deutschland doch friedlich miteinander. Die Bildzeitung hat heute sogar das „Freundschaftsposter“ in ihrer Ausgabe mit drin. Und das ist auch gut so. Denn darum geht es doch in der EM. Um einen friedlichen Wettkampf der europäischen Nationen. Und Deutschland hat einfach nuneinmal eine sehr enge Verbindung zur Türkei. Sei es durch Türken in Deutschland oder durch die Deutschen, die in der Türkei Urlaub machen.
Mir gefällt die Aktion der Bildzeitung mit dem Freundschaftsposter. Wenn die Bildzeitung immer nur friedenstiftende Aktionen bringen würde, dann hätten wir in Deutschland sicherlich weniger Probleme.
Disclaimer: Natürlich ist das nur meine Meinung und stellt keine absolute Wahrheit dar. Sollte der Springerverlag mit diesem Beitrag ein Problem haben, so bitte ich um kurze Kontaktaufnahme.
