Gedankenzeit – Zeit für Gedanken


„Drill here! Drill now!“ – Idioten-im-US-Wahlkampf
August 7, 2008, 12:36
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Erst vorgestern bin ich aus meiner Reise in die USA zurückgekommen. Auch wenn ich die Zeit und das Essen dort sehr genossen habe, so zeigt sich mir doch wieder eines: Das Volk ist dumm. Hier genauso wie in den USA. Als zentrales Wahlkampfthema gilt nun nicht mehr der Irakkrieg, sondern die hohen Spritpreise. In den USA kostet eine Gallone (das sind 3,7 Liter) so um die 4$. Für die Amerikaner ist das ein Schreckenspreis, hat sich innerhalb der letzten 5 Jahre der Preis für das geliebte Benzin doch fast verdreifacht. Wenn die Autos bis zu 30l/100km verbrauchen, dann kann das ganz schön teuer werden. Vor allem, da viele Amerikaner ihre Wege zur Arbeit nur mit dem eigenen Auto zurücklegen können. Oft sind das täglich mehrere 100 Kilometer.

Aber im Wahlkampf gibt es natürlich immer irgendwelche Wunderwaffen, die von den Kandidaten vorgeschlagen werden. Da nehmen sich die zwei Präsidentschaftskanditaten Obama (Demokraten) und McCain (Republikaner) nicht viel. Zuerst einmal zur glorreichen Idee von Obama, denn diese ist wenigstens nicht ganz so schlimm. Barack Obama fordert, dass die nationalen strategischen Ölreserven der USA angezapft werden, um dem Markt zu entlasten und somit die Benzinpreise zu senken. Problem dabei ist, dass es sich um ein völlig kurzfristiges Strohfeuer handeln wird, denn sobald die Reserven verbraucht sind, wird der Preis wieder steigen. Und dann vermutlich noch mehr als davor. Zusätzlich wäre es für die Amerikaner ein echt schlechter Deal, denn von den niedrigeren Marktpreisen würden nicht nur sie selbst, sondern die ganze Welt profitieren. Denn sinkende Nachfrage bedeutet niedriger Preis für alle.

Aber der wahre Held ist McCain. Er schlägt vor, das naturgeschützte Gebiet an der Küste Amerikas anzuboren um dort an Öl zu kommen. Seine Parole „Drill here, drill now“. Das ist seine Strategie um den Bezinpreis in seiner Amtsperiode unter 4$ zu halten. Aber in einem sind sich alle – sogar die Ölkonzerne – einig: Der Bau von neuen Bohrtürmen könnte frühestens in 10-15 Jahren den Ölmarkt entlasten. Dann wäre McCain schon mit seiner 2. Amtszeit fertig und die Effekte seiner Politik würde man noch nicht spüren. Nicht nur die Effekte auf den Ölmarkt würde man erst spät spüren. Auch die Umweltverschmutzung und -zerstörung würde man erst Jahre nach der Amtszeit McCains spüren. Da kann der gute Mann doch richtig stolz auf sich sein. Er wird mit seiner Politik die Zukunft seiner Enkel und Urenkel beeinflussen. Immerhin könnte er damit in die Geschichte eingehen.

„Drill here, Drill now!“. Ein anderer seiner Parolen ist, dass der Sprit in seiner Amtszeit keine 4$ kosten wird. Da hat er wahrscheinlich recht. Denn mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit kostet der Sprit bis dahin schon mindestens 5$.



Die Deutschen und die Kritik
Juni 30, 2008, 2:15
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Jetzt ist sie rum, die EM 2008. Vorbei ist das Public Viewing und die Euphorie. Deutschland ist Zweiter. Das ist doch immerhin Vizeeuropameister. Wir haben bei dieser WM mehr erreicht als die Italiener, Franzosen, Portugiesen und Holländer. Natürlich auch mehr als die Engländer, die ja nicht einmal bei der EM dabei waren. Und trotzdem zerreist sich jeder das Maul über die deutsche Fußballnationalmannschaft. Denn wenn es eines gibt, in dem wir nicht nur Vizeeuropa-, sondern sogar Weltmeister sind, dann ist es im kritisieren. Anstatt sich zu freuen, dass wir es so weit geschafft haben, hagelt es Kritik, dass wir doch schon viel früher hätten rausfliegen sollen. Der Ultimativ-Kritiker Günther Netzer macht es ja vor. Jubeln, wenn die Mannschaft gewinnt und kritisieren bis zum Schluss, wenn wir verlieren.

Natürlich haben die Deutschen schonmal besser gespielt, aber ist diese starke Kritik wirklich gerechtfertigt? Müssen wir denn Kritik bei den Deutschen anbringen oder können wir nicht einfach auch die Spanier für ihr gutes Spiel loben? Klar, könnte man. Aber Kritik ist doch viel schöner. Vor allem wenn man vorher schon richtig Kritik geübt hat und einen auf Pessimist gemacht hat. Das ist doch die beste Variante. Wenn Deutschland gewonnen hätte, dann wären die Kritiker natürlich alle ruhig gewesen und hätten sich mit allen mitgefreut. Vergessen wären all die kritischen Wörte und der Unglaube. Aber nach dem Spiel gestern können alle nun ganz stolz sagen: „Siehst du’s? Hab ich es doch gleich gesagt!“. Aber eines haben die Kritiker nicht bedacht. Ihr Kritik kommt bei der Mannschaft ja gar nicht an. Anstatt wenigstens einen Grund zur Freude zu finden (Vizeeuropameister 2008) wird Kritik geübt und die eigene Stimmung verdorben. Ich dagegeben wähle es, mich über das Ergebnis der Mannschaft zu freuen. Und stattdessen die Kritiker zu kritisieren. Vielleicht kommt das ja an.



Der Tankstellenwahnsinn – Alternativ: Hohe Spritpreise machen das Volk verrückt
Juni 3, 2008, 6:49
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Und wieder einmal beschäftige ich mich mit den hohen Spritpreisen. Immernoch knapp bei 1,50€ pro Liter Diesel oder Benzin. Gestern fiel der Preis bei einer Tankstelle auf 1,44€ für Diesel und die Autos standen über eine halbe Stunde an, um zu tanken. Gehen wir mal von einem 50 Liter Tank aus. Dann spart man im Vergleich zu 1,50€ pro Liter 3€. Allerdings darf während dem Warten der Motor nicht laufen und der Tank musste davor ganz leer sein. Wenn man jetzt überlegt, dass die meisten aber das Auto anhatten, wegen der Klimaanlage, dann reduziert sich die Ersparnis locker wieder auf 1 oder 2€. Dementsprechend würde es sich für jemanden, der nur 2-4€ pro Stunde verdient lohnen, eine halbe Stunde anzustehen. Die meisten werden aber mehr verdienen. Sicherlich werden sich viele dann an der Tankstelle auch noch was zu trinken kaufen, weil es ja so schwül ist. Und schon ist man das ersparte Geld schon wieder los. So einfach geht das.

Überall wird diskutiert (bei b2b-marketing-blog z.B.), wie sich Benzinpreise entwickeln. Anstatt sich nach echten Alternativen umzusehen. Ich finde es erbärmlich, dass die Leute sich die Mühe machen, um einen Euro zu sparen, dabei könnten sie viel mehr sparen, wenn sie einfach etwas weniger fahren würden oder noch besser, sich gleich überlegen, ob sie das Auto nicht auf Erdgas umrüsten lassen wollen. Naja. Ist ja jedem selbst überlassen.



Die Regierung ist schuld am Benzinpreis!

1,50€ für einen Liter Sprit – egal ob Benzin oder Diesel. Die Regierung soll endlich einen Maximalpreis für die Ölkonzerne festlegen, die Mineralölsteuer (oder alternativ die Ökosteuer) muss sofort gesenkt werden, um die Wirtschaft und das Volk zu entlasten!

Das sind unter anderem die tollen Lösungen, die von vielen genannt werden. Super Vorschläge. Denn das gibt mir wieder einmal die Möglichkeit einen Beitrag in der Kategorie „Das dumme Volk“ zu schreiben. Und wiedereinmal muss ich mich schon im Voraus entschuldigen, dass ich damit niemanden persönlich meine. Aber warum kann die Regierung denn nichts von all dem machen? Ganz einfach: simple Gesetze der BWL und VWL.

Sollte die Regierung tatsächlich einen Mindestpreis für den Sprit festlegen, dann würde kein Ölkonzern mehr nach Deutschland liefern, denn dieser Mindestpreis soll ja unter dem aktuellen Marktniveau liegen. Denn welcher Konzern würde dann noch seinen Treibstoff hier in Deutschland verkaufen, wenn denen das Ausland einen höheren Preis dafür bietet? Und das Argument, dass Luxemburg doch auch einen Preis festlegt, zieht hier auch nicht, denn dieser Preis wird immer wieder an die Marktverhältnisse angepasst. Das einzige, was sich dadurch verhindern lassen würde, wäre der Preisanstieg in der Urlaubszeit. Aber das ist doch eben auch nur eine Sache von Angebot und Nachfrage.

So und jetzt zu der grandiosen Idee, die Minderalölsteuer zu senken. Woher sollen denn dann die Steuereinnahmen kommen? Allein der Bund verdient 11,8% seines Einkommens mit der Mineralölsteuer. Und das sind 11,8% NACH der Beteiligung der Länder (Quelle: BMI Finanzplan des Bundes 2006-2010). Also der schöne Vorschlag, die Alkoholsteuer im Gegenzug zu erhöhen macht nicht allzuviel Sinn, denn ich möchte mal die Bevölkerung erleben, wenn auf einmal der Alkoholpreis sich verdreifacht (und selbst dann würde es zu Steuerausfällen kommen).

Also sind all das keine Lösungen des Problems. Eine Lösung wäre z.B. die Anschaffung eines Erdgasfahrzeuges, wenn man doch sowieso in der Nähe einer Ergastankstelle wohnt. Das ganze hat sogar 2 Effekte: 1. Ich spare selbst schon beim Tanken und 2. die Nachfrage nach Benzin und Diesel sinkt und somit auch der Preis (dieser zweite Effekt ist aber zu vernachlässigen!).  Ausserdem sollte man sich auch überlegen, ob der ÖPNV nicht doch eine gute, schnelle und billige Lösung ist. Natürlich nicht so bequem, aber für den Luxus eines Autos muss man eben auch bezahlen!

Aber trotzdem kann ich es kaum erwarten, bis die BILD wieder einmal den Leuten schön Stimmung macht, wie denn die Regierung den Preis den Benzins senken kann. Vielleicht sieht da die Schlagzeile in etwa so aus wie dieser Titel :)

Der Blog Klima-der-Gerechtigkeit hat dazu auch was recht gutes geschrieben.  



Glückspiel vs. Telebid – Alternativtitel: Das Volk ist dumm
Mai 20, 2008, 12:35
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Soeben habe ich den Goldesel entdeckt! Wer träumt nicht vom schnellen, einfachen Geld? Von der genialen Geschäftsidee, die so weite Wellen schlägt, dass man sich nie mehr um seine finanzielle Zukunft sorgen machen muss? Tja, nach mehreren gescheiterten Projekten hat die Sofina GmbH endlich den Goldesel erfunden: Telebid.de (ich verlinke bewusst nicht!).

Aber bevor ich weiterschreibe, muss ich mich erst einmal absichern, dass dies nur meine Meinung darstellt und ich mich natürlich auch gewaltig irren mag. Trotzdem möchte ich eine soweit als nur möglich objektive Meinung darstellen. Das muss ich machen, da die Sofina GmbH wohl doch eher schlecht mit Kritik umgeht und es für nötig erachtet, einen Blogger zu verklagen, weil er einen – aus ihrer Sicht – unangemessen kritischen Bericht geschrieben hat. Das möchte ich natürlcih vermeiden und werde deshalb etwas neutraler schreiben.

Zuerst einmal das Konzept von telebid: Es werden Güter in einer Liveauktion versteigert. Mit jedem Gebot steigt der Preis der Ware um 0,10€. Ein Gebot abzugeben kostet 0,50€. Wer es mit der Mathematik nicht so hat, dem rechne ich mal etwas vor:

Telebid startet eine Versteigerung einer PS3 bei 0€. Der Verkaufspreis liegt später bei 100€. Wer auch immer das gekauft hat, der freut sich (eventuell). Denn er hat ein Schnäppchen gemacht (eventuell). Er spart ne Menge Geld im Vergleich zum Einzelhandelspreis. Schön für ihn. Aber noch viel schöner für die Sofina GmbH. Denn um einen Verkaufspreis von 100€ zu erreichen, müssen 1000 Gebote abgegeben werden. Diese kosten ja aber ganze 500€. Also nimmt die Sofina GmbH immerhin 600€ ein. Was geben sie aus? Wahrscheinlich maximal 200€ für den Großhandelspreis einer PS3. Macht 400€ Rohgewinn. Das heisst, die Gemeinschaft hat für eine PS3 600€ bezahlt. Einer profitiert. Und zwar der letzte. Ist also ein umgekehrtes Schnellballsystem. Anstatt, dass den letzten die Hunde beißen sie hier eben die ersten oder besser noch, alle die davor geboten haben.

Noch viel schöner kommt es, wenn der Ersteigerer selbst mehrfach geboten hat. Sagen wir, er möchte die PS3 unbedingt gewinnen. Er steigt bei 10€ ein. Er bietet. 10,10€. Er wird überboten. Aber er will es doch. Also bietet er nochmal 10,30€. Da er schon 1€ reingesteckt hat, reizt es ihn so sehr, dass er doch unbedingt weiter machen will. Wenn er Pech hat (und das System nicht blickt) bietet er vielleicht selbst 500 mal. Aber das ist ja nicht schlimm. Er macht ja so lange weiter, bis er das Schnäppchen gemacht hat. So. Jetzt kostet ihn die PS3 aber eben nicht 100€, sondern 350€. Aber ist das denn realistisch, dass jemand sowas macht? Klar. Denn wer überboten wurde sieht sein letztes Gebot und den Verlust als Vergangenheit an. Das ist ja weg. Egal was er macht. Das Geld kommt nie wieder. Aber jetzt hat er ja eine noch höhere Chance, dass er es jetzt bekommt, denn der Preis ist ja gestiegen, da machen bestimmt nicht so viele mit.

Der Geschäftsführer sieht die Versteigerung als Strategiespiel mit echtem Geld. Natürlich ist es ein Strategiespiel. Aber genau wie beim Lotto (von der Ausschüttungsquote sogar viel schlechter, nämlich 1:5 anstatt 1:2), zahlen die vielen Verlierer für die wenigen Gewinner. Bei einem Strategiespiel (Age of Empires oder z.B. auch Poker) kann ich mich auf meine „Gegner“ einstellen. Ich kann lernen. Ich lese in ihrem Verhalten oder in ihren Gesichtern. Aber wie kann ich denn bei Telebid lernen oder mein „Glück“ beeinflussen? Gar nicht. Denn egal welche Strategie ich fahre, die Wahrscheinlichkeit, dass ich Kohle verliere ist enorm. Und die Gewinnchancen im Vergleich dazu mickrig.

Natürlich macht der eine oder andere mal ein Schnäppchen. Also wer es versuchen möchte, der kann das gerne tun. Er muss sich aber bewusst sein, dass er ein geringes Risiko trägt, wenn er regelmäßig Lotto spielt. Und Lotto wird warhscheinlich keinen verklagen, der sich über jemanden aufregt, der – seiner Meinung nach – den Spieltrieb und die Dummheit anderer Menschen zu seinen Gunsten nutzt.

 Ich hoffe, dass ich hiermit von meinem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch gemacht habe, ohne die Rechte irgendeiner Person (natürlich oder juristisch) verletzt zu haben. Falls doch, so bitte ich doch um eine kurz Mail. Ist billiger und schneller als eine Abmahnung.

Übrigens starte ich hiermit eine neue Kategorie „das dumme Volk“. Hier sollen alle Beiträge reinkommen, die meiner Meinung nach Darstellen, wie schwachsinnig das gemeine Volk handelt.